Report about my semester abroad 

Southampton, Winter 2016/2017 (Bachelor)

Vorbereitungen

Allgemein

Nachdem ich mich im Januar für ein Auslandssemester beworben hatte, erhielt ich Anfang März 2016 die Zusage. Vor dem Auslandssemester mussten zahlreiche Dokumente für das Erasmus+ Programm und die Gastuniversität ausgefüllt werden – es standen jedoch sowohl die Erasmus-Koordinatorin in Heidelberg (Ute Lorenz) als auch der Koordinator in Southampton für Fragen zur Verfügung. Außerdem halfen mir die Erfahrungsberichte früherer Jahrgänge sehr. Bezüglich Kurswahl ist es gut, sich vor dem Ausland schon beim Prüfungsamtvorsitzenden zu erkundigen, welche Kurse potentiell anerkannt werden können. Das macht die Anerkennung nach dem Auslandssemester leichter.

Wohnungssuche

Es war sehr schwierig, eine Wohnung aus Deutschland heraus zu finden. In Southampton gibt es zwar einen Überschuss an Wohnungen, aber die Seriosität der Angebote im Internet lässt sich nur schwer einschätzen, wenn man nicht selbst vor Ort ist. Leider hat man als Erasmus-Student auch keine Garantie auf einen Wohnheimsplatz. Im Nachhinein denke ich, dass es das Beste ist, sich sowohl auf den diversen Facebookseiten nach privaten Unterkünften umzuschauen (z.B. ESN Southampton Housing Guide, Housing Group der Universität Southampton,…), als auch auf einen Wohnheimsplatz zu bewerben. Und sich auf keinen Fall stressen zu lassen, da eigentlich jeder Studierende am Ende eine Wohnung findet und man zur Not auch vor Ort noch schauen kann. Ich hatte letzten Endes Glück, da ich einen Platz in einem Wohnheim erhalten habe. Dazu als Tipp: am besten ab Ende August öfters bei der Universität anrufen und sich erkundigen, wie es aussieht. Sonst hört man leider nichts. Gewohnt habe ich in dem Wohnheimskomplex Glen Eyre, was ich empfehlen kann, da er sehr grün ist, dort viele Studierende wohnen und er sehr nah an der Uni liegt. Für private Unterkünfte sind Portswood und Highfield beliebte Wohngegenden. Generell empfiehlt es sich, eher nach einem Zimmer in der Nähe der Universität zu suchen, da sehr viele Aktivitäten rund um den Campus ablaufen und man nur ab und zu in die Innenstadt fährt. Wohnheime und private Hausgemeinschaften (Engländer wohnen immer in Häusern zusammen) haben beide Vor- und Nachteile. Das Wohnheim ist leider relativ teuer im Vergleich zu privaten Wohnungen (> 400 Euro). Dennoch lernt man im Wohnheim schnell Leute kennen und es gibt zusätzliche Angebote wie z.B. eine 24 Stunden Rezeption und ein kostenloses Busticket. Auch muss man sich vor der Abfahrt um fast nichts kümmern und man kann sich darauf verlassen, dass das Zimmer auf jeden Fall in Ordnung ist. Mit einer privaten Hausgemeinschaft kann man immer Glück, aber auch Pech haben.

Anreise und erste Tage

Ich kann es sehr empfehlen, den Meet and Greet Service Mitte September Anspruch zu nehmen, da man dadurch mit anderen internationalen Studierenden zusammen direkt vom Flughafen abgeholt und zu seiner Unterkunft gebracht wird. Man bekommt kurz vor der Abfahrt eine E-Mail um sich dafür anzumelden. Auch sind die Welcome Days Ende September sehr hilfreich um neue Leute, die Uni und die Stadt Southampton kennenzulernen. Weiterhin gibt es ein Buddy Programm für internationale Studierende vor Ort, wodurch man vor Ort einen englischen Studierenden als Ansprechpartner hat (dafür gibt es auch eine Email).
Noch ein Hinweis: Sowohl die Anfangs- als auch die Endbescheinigung für Erasmus müssen innerhalb von 7 Tagen nach der Ankunft bzw. vor dem Abflug unterschrieben werden. Das ist für das Erasmusbüro in Deutschland sehr wichtig – also unbedingt einhalten!

Leben in Southampton

Universität

Ich habe mein 5. Bachelorsemester an der Universität Southampton absolviert. Leider gibt es in Southampton keine Kurse im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie und auch sonst fand ich die Modulauswahl für das fünfte Semester nicht so groß. Dennoch waren die Kurse, die ich belegt habe, sehr interessant. Ich belegte: “Emerging Issues in Psycho-oncology and Pain Research“, “Interpersonal Relations and Intergroup Conflict“, “Making Sense of Ambiguous Scenes“ und das Fach “Human Resource Management“ aus dem Fachbereich Business. Der Arbeitsaufwand für die einzelnen Kurse war vergleichsweise hoch: In jedem Fach musste ein Referat, eine Hausarbeit und eine Klausur geschrieben werden. Dadurch übt man aber unterschiedlichste Fähigkeiten und verbessert sein Englisch sehr. Ich fand es sehr interessant, einmal ein anderes Universitätssystem kennenzulernen. Als Tipp für die Klausuren: Auf dem Internetportal der Universität (sussed) stehen die Klausurenfragen der letzten Jahrgänge zur Verfügung. Auf der Seite der Psychologen (efolio) stehen sogar die Feedbacks des letzten Jahres. Das ist wirklich hilfreich bei der Vorbereitung. Und: Für die Dozenten in Southampton ist es sehr wichtig, dass man Autoren und Namen von Studien in der Prüfung zitieren kann.

Freizeit

Besonders gefallen hat mir an der Universität in Southampton, dass so viel außerhalb des Lernens am Campus ablief. So gab einen Pub, ein Restaurant, einen Supermarkt und sogar ein Schwimmbad direkt auf dem Campus. Auch konnte man Mitglied zahlreicher sogenannter “Societies“ (Vereinen) werden. Es gab Socities für alles und jeden. Ich selbst war Mitglied in zwei Societies - der Lacrosse Society und der Chor Society. Ich kann es wirklich empfehlen, einer Society beizutreten, da man dadurch sehr schnell Leute kennenlernt. Neben der eigentlichen Tätigkeit gab es in beiden Societies wöchentliche Treffen, bei denen es um den sozialen Aspekt ging und die jedes Mal unter einem Motto standen, zu dem man sich passenden verkleiden musste.

Reisen

Während meiner Zeit in England konnte ich einige Orte besuchen. Ich war viel in der Umgebung um Southampton unterwegs wie zum Beispiel auf der Isle of Wight, in dem alten Städtchen Winchester und dem New Forest Nationalpark. Der Süden Englands hat meiner Meinung nach einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ich kann es wirklich empfehlen, die freie Zeit auch zum Reisen zu benutzen. Von der Erasmusgruppe in Southampton und VIVA werden häufiger Trips angeboten – dafür muss man sich aber möglichst schnell in Facebook anmelden.

Weitere Empfehlungen

Man kann sehr gut Geld sparen, indem man bei Aldi oder Lidl einkauft. In Heidelberg benutze ich immer mein Fahrrad und das hat mir in Southampton schon sehr gefehlt. Ich habe mir keines gekauft, da ich durch das Wohnheim ein Busticket hatte. Im Nachhinein hätte ich aber doch das Geld investiert und mir eines gekauft. Das ist aber ganz typabhängig.

Fazit

Alles in allem lässt sich sagen, dass ich ein Auslandssemester an der University of Southampton sehr empfehlen kann. Man wächst sowohl an den vielen positiven Erlebnissen, die man im Ausland gemacht hat, als auch an den Herausforderungen, die ein Auslandssemester mit sich bringen. Ich bin sehr dankbar dafür, die Möglichkeit eines Auslandssemesters gehabt zu haben und sowohl fachlich als auch persönlich meinen Horizont erweitern zu können.