Kopenhagen WS 2021/22 (MSc)

Kopenhagen 4EU+, Winter semester 2021/2022 (Master)

Vorbereitung

Nach der vorläufigen Zusage bzw. Nominierung durch die Universität Kopenhagen folgte die offizielle Online-Bewerbung an der Universität Kopenhagen. Diesbezüglich hat sich die Universität Kopenhagen direkt mit weiteren Informationen per E-Mail gemeldet. Mit der anschließenden offiziellen Zulassung hat man auch direkt Zugriff auf das Online-Portal KUnet erhalten, über das unter anderem auch E-Mails und später Kursinhalte abrufbar sind. Nach der Zulassung konnte man zudem über ein Online-Formular Kurse und Veranstaltungen für das Semester wählen.

Darüber hinaus war auch die Suche nach einer Unterkunft Teil der Vorbereitung. Zwar gibt es von der Universität selbst keine direkten Wohnangebote, allerdings gibt es eine Kooperation mit der Housing Foundation, einem unabhängigen Unternehmen, das mehrere Wohnheime betreibt. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit sich um ein privates WG-Zimmer zu kümmern. Ich hatte mich zunächst dafür entschieden, mich bei der Housing Foundation zu registrieren, um später ein Zimmer oder Apartment buchen zu können. Im Voraus war keine genaue Uhrzeit kommuniziert worden, zu der das Buchungsportal für alle Wohnangebote freigeschaltet werden sollt. Dadurch konnte ich erst verspätet auf das Portal zugreifen und musste dann mehrere Stunden in der Warteschlange verbringen. Letztendlich habe ich mich für eine 1-Zimmer-Apartment aus der nur noch sehr begrenzten Zimmerauswahl entschieden. Hätte ich mich sofort bei Freischaltung einloggen können oder mehr Aufwand in die Suche privater Angebote investiert, hätte ich rückblickend definitiv günstigere Alternativen finden können.

Insgesamt ist der Aufwand, der mit der Organisation und Vorbereitung verbunden ist, überschaubar. Es ist jedoch darauf zu achten, dass man alle wichtigen Informationen und insbesondere Deadlines im Blick behält. Man erhält von verschiedenen Personen und Anlaufstellen Informationen, da kann es teilweise schon mal unübersichtlich werden, wann und wo man eine bestimmte Information gelesen hat.

Studium

Zu Beginn des Semesters gab es vom Department of Psychology einen Introductory Day für alle Internationals, die für Psychologie-Kurse eingeschrieben waren. Zunächst wurden dort bei einer Einführung in das Studium an der Universität Kopenhagen vor allem organisatorische Fragen geklärt. Zudem konnte man sich erstmals auf dem Campus orientieren und zurechtfinden. Davon abgesehen ist der Introductory Day sehr zu empfehlen, weil es eine gute Möglichkeit bietet, andere Internationals kennenzulernen.

Ich habe in dem Semester in Kopenhagen insgesamt 3 Seminare à 7,5 ECTS belegt. Damit war der Workload für mich ideal, um parallel noch laufende Aufgaben aus Heidelberg zu erledigen und gleichzeitig ausreichend Zeit zu haben, um mich mit Kultur und Sprache vor Ort auseinanderzusetzen und großartige Menschen kennenzulernen.

Alle meine Prüfungsleistungen waren Assignments über einen längeren Zeitraum. In den englischsprachigen Psychologiekursen ist es zumindest im Wintersemester in der Regel so, dass die Prüfungleistungen Assignments sind, damit die Internationals nach den Weihnachtsferien nicht zwingend für Klausuren wieder nach Kopenhagen kommen müssen. Die Benotung ist an der Universität Kopenhagen wohl etwas strenger, als man das vielleicht als Psychologiestudierende*r aus Deutschland gewohnt ist. Letztendlich ist das nach meinem Eindruck aber doch auch abhängig vom jeweiligen Seminar bzw. dem/der Dozierenden.

Leben

Ich habe Kopenhagen in den 5 Monaten als sehr lebenswerte Stadt kennengelernt. Die Lage am Wasser lässt sich gerade bei gutem Wetter genießen. Außerdem hat Kopenhagen als Hauptstadt und Metropole mehr als genug Sehenswürdigkeiten, Museen und andere Aktivitäten zu bieten. Gutes Essen und coole Bars gibt es insbesondere in der Innenstadt und in Nørrebro. Günstiges Bier findet man immer im Studenterhuset, denn vor allem in Bars, Cafés und Restaurants macht sich schon bemerkbar, dass Kopenhagen vergleichsweise teuer ist.

Ich habe in den Engvej Studios (einem Wohnheim der Housing Foundation) im Süden von Kopenhagen gewohnt. Die Nähe zum Strand ist ein absoluter Pluspunkt und entschädigt für die nicht ganz so zentrale Lage. Wie bereits oben beschrieben war die Miete im Vergleich zu anderen Optionen allerdings recht teuer. Zudem war der Austausch zwischen den Bewohnern innerhalb des Wohnheims eher begrenzt, das habe ich in anderen Wohnheimen anders erlebt.

Bis in die Innenstadt und bis zum City Campus habe ich 20-25 Minuten mit dem Fahrrad bzw. 15-20 mit der Metro gebraucht. Ich fand Radfahren in Kopenhagen sehr angenehm. Zwar sind deutlich mehr Radfahrer unterwegs, als man es aus Deutschland gewohnt ist, aber die Radwege sind sehr gut ausgebaut und der Radverkehr läuft überraschend geordnet ab. Ich hatte mein eigenes Fahrrad mit nach Kopenhagen gebracht, andere haben sich ein Swapfiets geliehen oder vor Ort eins gekauft. Die Metro fährt tags und nachts regelmäßig und ist modern. Bei gelegentlichen Fahrten lohnt es sich eine Rejsekort, bei häufigen Fahrten kann es auch sinnvoll sein, sich ein Pendlerticket in der App zu kaufen.

Insgesamt habe ich mein Erasmussemester sehr genossen, zumal während dieser Zeit in Dänemark trotz Pandemie ein normales Leben weitgehend möglich war. Für mich war es eine Erfahrung, die ich jedemr, derdie über ein Auslandssemester generell und auch konkret in Kopenhagen nachdenkt, sehr empfehlen kann.