Report about my semester abroad 

Aarhus, Winter semester 2015/2016

Vorbereitungen:

Nach der Zusage für ein ERASMUS Stipendium seitens der Universität Heidelberg, musste ich mich noch separat online bei der Universität Aarhus bewerben und meine gewünschten Kurse angeben. Die Kursauswahl war leider nicht sehr groß, da nur wenige Kurse auf Eng- lisch angeboten wurden. Im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie gab es leider kei- ne englischsprachigen Kurse, weshalb ich mich für einen Kurs in klinischer Psychologie und einen aus dem Bereich Sozialpsychologie entschied. Bei der Online-Bewerbung ist es ebenfalls möglich, sich bei der Zimmervermittlung einzutra- gen und gewünschte Prioritäten (Lage, Preiskategorie, ...) anzugeben. Dies ist auf alle Fälle zu empfehlen, da günstige und gut gelegene Wohnungen in Aarhus schwer zu finden sind. An- fang Juni habe ich dann die Zusage für ein Zimmer in einem Shared Facility House bekom- men, das ich mir mit 12 anderen internationalen Studierenden geteilt habe. Das Zimmer war mit 460€ zwar nicht besonders günstig, dafür war die Lage ideal. Die Universität war nur 5-10 Minuten zu Fuß entfernt und gegenüber gab es zwei Supermärkte, u.a. einen REMA 1000 (Dänemark ist im Vergleich zu Deutschland zwar etwas teurer, was besonders Luxusartikel wie Schokolade, Alkohol oder Kosmetik betrifft, aber bei Discountern wie REMA 1000 oder Aldi kann man auch relativ günstig einkaufen). Jeden Monat gab es eine Cleaning Inspection, in der die Sauberkeit der Gemeinschaftsräume überprüft wurde. Wird die Inspektion nicht bestanden, müssen die Reinigungskosten von den Hausbewohnern getragen werden, deshalb sollte man sie auch ernst nehmen. Obwohl die Universität Aarhus versucht allen Internationalen eine Unterkunft zu vermitteln, kann sie es nicht garantieren. So habe ich auch ein paar ERASMUS Studenten getroffen, die leider bei der Wohnungsvermittlung leer ausgegangen sind und auf eigene Faust suchen mussten.

Ankunft:

Ich bin von Heidelberg aus mit der Bahn nach Aarhus gefahren und habe dafür circa 12 Stunden gebraucht. Am Bahnhof wurde ich von meiner Tutorin abgeholt, zu der ich bereits vor meiner Ankunft Kontakt hatte, und zu meiner Unterkunft gebracht. Da ich am Wochenende angereist bin, hatte das International Center, wo man sich den Schlüssel etc. abholen sollte, geschlossen. Aber meine Tutorin hatte alles Nötige schon erledigt. Das Semester startet in Aarhus Anfang September. In der Woche davor ist die sog. Introduction Week, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Neben organisatorischen Angelegenheiten wie das Beantragen der CPR-Nummer hat man so auch gleich die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen. Allerdings bietet die psychologische Fakultät leider nicht so ein großes Einführungsprogramm wie zum Beispiel die wirtschaftliche Fakultät. Das ist sehr schade, besonders weil man so auch nicht die Möglichkeit hatte an der legendären Western Party teilzunehmen oder anderen Abendveranstaltungen.

Universität/Studium:

In Aarhus habe ich zwei Kurse belegt, die jeweils drei Stunden pro Woche in Anspruch nahmen. Das klingt erstmal sehr wenig, allerdings gab es pro Kurs für jede Woche noch 4-5 Paper zu lesen. Das ist auch wirklich zu empfehlen, da sehr viel in Kleingruppen diskutiert wird und ohne das nötige Hintergrundwissen kann man sich nicht wirklich beteiligen. Abgesehen von häufigen Kleingruppendiskussionen haben sich die Kurse ansonsten nicht großartig von Heidelberg unterscheiden. Pro Kurs nahmen ungefähr 20 internationale und dänische Studierende teil und jeder hielt im Laufe des Kurses eine Präsentation. Um die Kurse zu bestehen darf man maximal zwei Fehltage haben, wobei die Gründe für das Fehlen irrelevant sind. Meine Kurse waren Mitte Dezember vorbei, weshalb ich auch nach Weihnachten nicht mehr zurück nach Dänemark gefahren bin, da ich meine Essays online einreichen konnte. Neben dem regulären Kursprogramm hat man auch die Möglichkeit an einem kostenlosen Dänischkurs teilzunehmen, was sich besonders für Sprachbegeisterte empfiehlt. Die Sprache ist zwar nicht gerade einfach (besonders was die Aussprache angeht), aber es ist ein schönes Gefühl, Wortfetzen auf der Straße zu verstehen oder auch kleine Texte auf Dänisch lesen zu können. Außerdem nehmen die Dänen es sehr positiv auf, wenn man versucht ihre Sprache zu lernen.

Ausflüge:

Das Studenterhuset organsiert öfter Ausflüge oder Aktionen für internationale Studierende, bei denen es sich lohnt mitzumachen. So haben wir beispielsweise gratis Eintritt in ein Konzert von Tina Dico, die eine sehr beliebte Sängerin in Dänemark ist, bekommen, wenn wir zusammen mit einem Dänen/einer Dänin dorthin gingen. Ebenfalls gab es vergünstigte Ein- tritte ins Tivoli (Freizeitpark in Aarhus) oder eine organisierte Fahrt ins Legoland.

Weiterhin bekommt man von der Stadt Aarhus zu Beginn sogenannte Free Tickets geschenkt, mit denen man umsonst oder vergünstigt bestimmte Museen oder Sehenswürdigkeiten besuchen kann. Hierzu gehören das berühmte AROS Kunstmuseum oder das Freilichtmuseum Den Gamle By. Beides ist definitiv sehr empfehlenswert. Außerdem lohnen sich in Aarhus noch der Deer Park, Schloss Marselisborg oder das Moesgaard Museum. Zu Beginn des Erasmussemesters finden in Aarhus auch die Festuge (Kunst- und Kulturfesti- val) statt, bei denen viele Attraktionen geboten werden. So gibt es beispielsweise gratis Konzerte, die man besuchen kann oder ein Food Festival. Auch Ausflüge in die Umgebung sind sehr zu empfehlen, da Dänemark eine sehr schöne Landschaft und Natur besitzt. Ist man schon mal in Dänemark muss man natürlich auch die Hauptstadt Kopenhagen besu- chen. Neben wunderschönen Schlössern gibt es auch noch andere Sehenswürdigkeiten wie die kleine Meerjungfrau zu bestaunen oder man kann ganz gemütlich am Nyhavn vorbeischländern und sich in eins der vielen Cafés setzen. Mit der Busline 888 kommt man auch sehr günstig von Aarhus nach Kopenhagen. Bucht man früh genug, kann man schon Tickets für 50 oder 100 DKK ergattern. Wenn man in Kopenhagen ist, sollte man die Gelegenheit nutzen und ebenfalls nach Schweden fahren, da Malmö oder Lund schnell mit dem Zug zu erreichen sind.

Zusammenfassung:

Das Auslandssemester in Dänemark war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und ich habe viele tolle Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt. An der Universität selber habe ich mich gut aufgenommen gefühlt, da alle sehr hilfsbereit und freundlich waren. Wenn man sich von Regen und grauen Tagen nicht betrüben lässt, kann man in Dänemark eine schöne Zeit verbringen.