Report about my semester abroad 

Valencia, Summer semester 2013 (Bachelor)

Ein paar Worte vorneweg…

Ich bin sehr glücklich, dass ich mich dazu entschieden habe, ein Auslandssemester in Valencia zu verbringen. Natürlich ist die ERASMUS-Erfahrung immer etwas Besonderes, aber ich bin froh, dass ich Valencia als Studienort ausgewählt habe. Warum, darauf werde ich im Folgenden genauer eingehen.

Bewerbung, Vorbereitung und Ankunft …

Die Bewerbung lief meinerseits sehr unkompliziert; ich hatte mich auf einen der Restplätze beworben, da meine Entscheidung ins Ausland zu gehen recht spontan fiel. Im Nachhinein wäre es jedoch besser (und weniger aufreibend) gewesen, hätte ich mich schon ein Jahr vor dem angestrebten Auslandssemester um alles gekümmert, da ich bis November auf die offizielle Zusage warten musste (im Februar starten in Valencia bereits die Vorlesungen). Das genaue Prozedere und die notwendigen Unterlagen erfragt ihr am besten bei eurem jeweiligen Fachkoordinator.

Circa einen Monat vor meiner Abreise begann ich mich nach Wohnungen in Valencia umzusehen. Die Seite www.loquo.es ist dabei sehr hilfreich, dort gibt es ständig neue Angebote. Auch auf Facebook kann man in diversen Gruppen (einfach auf Facebook die Stichwörter „Erasmus“ und „Valencia“ eingeben) häufig Angebote finden. Die Wohnungssuche in Valencia ist generell auch sehr unkompliziert. Am besten schon von Zuhause aus ein paar Wohnungen raussuchen und dann vor Ort Termine vereinbaren und besichtigen. Oft klappt es schon innerhalb der ersten 2 Tage mit der Zusage. Studentische Wohngegenden sind nahe Blasco Ibanez, Plaza del Cedro oder Benimaclet. Die Zimmer sind in der Regel möbliert, sodass vor Ort keine weiteren Anschaffungen notwendig sind. Falls doch, lässt sich in einem der vielen asiatischen Geschäfte günstig die eine oder andere Pfanne erstehen.

Weitere Schritte, die vor der Abreise zu erledigen sind, sind unter anderem die Stilllegung des Handyvertrages und das Anfertigen von ausreichend Passbildern, da sowohl für die Uni, als auch für verschiedene Erasmus-Karten benötigt werden.

Angekommen in Valencia folgt der erste Gang ins Internationale Büro, wo man offiziell eingeschrieben wird und weitere nützliche Informationen bekommt. Von dort aus ging ich dann direkt in das Erasmus-Büro des Psychologischen Instituts, wo alle weiteren Schritte (Kurswahl, Uni- Account, etc.) erklärt werden. Unialltag an der Universitat de Valencia…

Als Psychologiestudierende war ich an der Universitat de Valencia eingeschrieben, die Psychologiefakultät befindet sich im Campus Blasco Ibanez. Dieser liegt nicht weit entfernt vom Zentrum und ist gut mit Fahrrad, Bus oder Metro zu erreichen. Die Kurswahl gestaltet sich in den ersten Wochen etwas turbulent, da bei jedem Kurs, den man belegen möchte, erst geprüft werden muss ob noch ausreichend freie Plätze vorhanden sind. Am besten also schon von Zuhause aus grob die Kurse festlegen, die man besuchen möchte, damit man dann in den ersten Wochen nicht alles komplett über den Haufen werfen muss. Generell sind sowohl Mitarbeiter, als auch Dozenten sehr freundlich und hilfsbereit! Vor allem auch in spanischsprachigen Veranstaltungen sind die Dozenten häufig sehr zuvorkommend und verständnisvoll, wenn man als Erasmusstudent noch Verständnisschwierigkeiten hat. Daneben bestand auch die Möglichkeit, englischsprachige Veranstaltungen zu belegen (ARA Group).

Man sollte den Workload der Kurse nicht unterschätzen, ich war mit 4 Kursen (dazu kam dann noch ein Sprachkurs) gut ausgelastet, da häufig wöchentliche Aufgaben gefordert werden. Die Klausuren finden am Ende des Semesters in einem Zeitraum von ca. 3 Wochen (im Sommer ab Ende Mai bis Mitte Juni) statt. Die Dozenten lassen aber mit sich reden, falls man einen Termin z.B. aufgrund einer verfrühten Abreise nicht wahrnehmen kann - einfach rechtzeitig abklären!

Neben meinen Univeranstaltungen besuchte ich auch einen Sprachkurs am Centre d’Idiomes, was zur Universitat de Valencia gehört. Erasmusstudenten können dort für ca. 60 € einen semesterbegleitenden Kurs besuchen, was ich unbedingt empfehlen würde, sollte das eigene Spanisch noch nicht ganz so weit gediehen sein. Am besten gleich nach der Ankunft den Einstufungstest machen. Sobald man das Ergebnis bekommt, kann man sich in den passenden Kurs einschreiben.

Auch der Sport kommt nicht zu kurz, von der Uni werden (gegen Teilnahmegebühr) zahlreiche Kurse angeboten. Da ich jedoch die ersten Wochen verpasste, schrieb ich mich in ein privates Fitnesscenter ein, wo sich mit etwas Verhandlungskunst auch günstige Preise herausschlagen lassen. Zum Laufen gehen eignet sich der Turia-Park hervorragend, nur sollte man nachts vielleicht lieber zu zweit laufen gehen.

Leben in Valencia…

Valencia ist relativ ebenerdig, weshalb man alles ziemlich schnell mit dem Fahrrad erreichen kann. Eines zu kaufen empfiehlt sich nicht unbedingt, da Fahrräder häufig gestohlen werden. Einfacher ist es, die öffentlichen Fahrräder (Valenbisi) zu nutzen (Jahreskarte ca. 27 €). Stationen gibt es in der ganzen Stadt und die Nutzung ist die ersten 30 Minuten kostenlos. Die Karte lässt sich entweder online bestellen, oder man verwendet seine Bus/Metro-Karte (in den Tabak-Kiosken erhältlich). Eine genaue Anleitung gibt es auf der Valenbisi-Homepage. Daneben ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel gut ausgebaut mit Tram, Bussen und Metro (letztere braucht man allerdings eher für weitere Strecken).

Läden und Banken sind überall in der Stadt verteilt, oft braucht man keine 5 Minuten bis zum nächsten Consum oder Mercadona. Die Lebenskosten ähneln denen in Deutschland – Mieten sind etwas billiger (+/- 200 €), Lebensmittel preislich ähnlich, Hygieneartikel etwas teurer. Die Auswahl an leckerem & günstigem Obst und Gemüse, vor allem in den kleineren Geschäften, ist super! Essen gehen lohnt sich vor allem während der Mittagszeit, da dann Tagesgerichte oder Mittagsmenüs zu günstigeren Preisen angeboten werden.

Während meines Aufenthaltes wohnte ich am Blasco Ibanez, einer studentischen Gegend – das macht sich vor allem am Wochenende bemerkt, ein bisschen Straßengeräusche muss man also schon vertragen können. Ich war trotzdem sehr froh über die Lage, da sowohl Zentrum als auch Strand in nur 15 Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen waren, zur Uni brauchte ich nur 5 Minuten zu Fuß. Abends bieten sich viele Möglichkeiten zum Ausgehen, sei es in kleinere Clubs oder Bars. Dabei sollte man sich von den vielen vermeintlichen Erasmus-Angeboten nicht in die Irre führen lassen; zwar scheint es vieles umsonst zu geben, oft ist das aber nur ein Trick um den Laden zu füllen.

Valencia ist direkt am Mittelmeer gelegen, weshalb das Wetter meist warm und trocken ist. Im Sommer kann es schon mal ziemlich heiß werden, den Winter dagegen sollte man nicht unterschätzen. Zwar wird es nicht so kalt wie bei uns, eine dicke Jacke und Pullover braucht man bis mindestens März aber doch.

Erasmus in Valencia …

Das Leben als Erasmusstudent in Valencia ist sehr aufregend. Als eine der Städte mit den meisten Erasmusstudenten werdet ihr während eures Aufenthaltes sehr viele andere ausländische Studenten kennenlernen. Zu Spaniern fällt es etwas schwerer enge Kontakte zu knüpfen - vor allem, wenn die eigenen Spanischkenntnisse eher rudimentär vorhanden sind. Hilfreich ist es, mit Spaniern zusammen zu wohnen, ein Tandem zu organisieren oder die Sportveranstaltungen zu besuchen.

Auf den zahlreichen Erasmus-Ausflügen oder Veranstaltungen wird man dagegen fast ausschließlich ausländische Studenten kennenlernen. Gerade am Anfang ist das sehr hilfreich um schnell Kontakte zu knüpfen. Die bekanntesten Erasmus-Gruppen sind ESN, Erasmus life oder Happy Erasmus. Hier werden auch Mitgliedskarten angeboten (mal gratis, mal gegen Gebühr), die sich dann lohnen, wenn man vorhat an Exkursionen oder Reisen der Gruppe teilzunehmen. Viele Ausflüge (z.B. nach Barcelona oder Andalusien) lassen sich aber auch einfach selbst organisieren. Für Züge gibt es bei frühzeitiger Buchung Vergünstigungen (www.renfe.com) und Autos lassen sich bequem am Flughafen mieten.