Report about my semester abroad 

Valencia, Winter semester 2011/2012 (Bachelor)

Mir persönlich hat der Aufenthalt für zwei Semester in Valencia sehr gut gefallen. Vor einigen Jahren war ich für ein Jahr in Südamerika und daher bin ich mit einigermaßen stabilen Sprachkenntnissen angereist. Ich glaube, dass hat mir sehr geholfen und mir das Einleben um einiges erleichtert! Andererseits ist in Spanien seit der Finanzkrise einiges in Bewegung und viele Jugendliche und Studenten bedenken die Möglichkeit auszuwandern. Dass macht Erasmusstudenten für einen „intercambio de idiomas“ sehr begehrt vor allem, wenn man mit Englischkenntnissen aufwahrten kann (die müssen dabei gar nicht mal so toll sein). Man gabelt also fast immer jemanden auf, mit dem man spanisch üben kann, selbst wenn man selbst noch nicht so gut spanisch spricht! (Ein Sprachtandem findet man zum Beispiel über die facebookseite von „Valencia intercambio de idiomas“)

Bevor ich mich entschlossen habe ein Jahr in Valencia zu studieren, bin ich für eine Woche nach Spanien geflogen um die Stadt und die Atmosphäre zu erleben und um zu überprüfen ob ich mir überhaupt vorstellen konnte ein Jahr dort zu bleiben (naja...und wenn man dann dort ist und am Strand entlangspaziert und durch die Gässchen in der Altstadt schlendert, hat man sich eigentlich schon in die Stadt verliebt). Im Nachhinein glaube ich, war es eine ziemlich gute Idee, Valencia vor dem Erasmusaufenthalt einen Besuch abzustatten. Bei der Ankunft im Wintersemester hat mir das einigen Stress erspart, da ich mich in der Stadt bereits zurechtfinden konnte und die Uni, die Verkehrs-systeme etc. bereits kannte.

Über Valencia selbst lässt sich eine Menge schreiben. Da dass Meiste im Reiseführer steht hier aber nur soviel:

Unter sich

Valencia ist ein turistischer Knotenpunkt und außerdem die Stadt mit den meisten Erasmusstudenten in Spanien (und Spanien selbst ist schon eines der begehrtesten Erasmusländer!). Man darf sich also darauf einstellen, dass in der Stadt zur Hälfte Spanier (die spanisch)/Valencianer (die katalan sprechen) leben und zur anderen Hälfte Auländer (die Prozentzahl ist nur gefühlt!tatsächlich wird der Ausländeranteil wesentlich geringer sein, aber mir kam das oft so vor als wären es 50%). Das Phänomen spiegelt sich dann auch an der Uni wieder und macht es schwierig sich dem „Erasmussog“ zu entziehen (d.h. Spanier und Erasmusstudenten bleiben oft unter sich).

Ich schreibe dies, um der Enttäuschung vorzubeugen, die vielleicht durch den Glauben entsteht man würde sofort an der Uni integriert werden. Ich habe zwar sehr viele positive Erfahrungen gemacht, jedoch eben auch nicht immer und manchmal muss man um die Aufnahme ein bisschen „kämpfen“ und hartnäckig bleiben. Bei Gruppenarbeiten (die an der Uni sehr beliebt sind) ist die Begeisterung mit Erasmusstudenten zusammenzuarbeiten manchmal nicht gerade hoch (vor allem auch weil es einfach eine Menge Erasmusstudenten gibt). Am psychologischen Institut existieren bisher (und ich weiß nicht wie lange noch!) zwei Studiensysteme. Hinsichtlich der „Integrationsüberlegungen“ ist das nicht irrelevant, denn: die Kurse, des alten Systems, das sich „licenciatura“ nennt und soetwas wie der alte Diplomstudiengang ist, sind wesentlich leichter zu studieren als die Kurse des neuen Systems, des „grado“!!

Daraus folgt: Fast alle Erasmusstudenten wählen Kurse des alten Systems, während die „Grado- Kurse“ fast ausschließlich von Spaniern besucht werden. Wer also 100% integriert sein will, sollte einen Grado-kurs wählen, muss sich aber dann auch darauf einstellen, dass er eine harte Nuss zu knacken hat!

Ich selbst habe pro Semester ein Fach aus dem „Grado-system“ gewählt und den Rest aus dem „licenciatura-System“.

In den Fächern des „grado-Systems“ war ich beidesmal die einzig anwesende Erasmusstudentin und Ausnahmen oder Erleichterungen werden einem absolut nicht zugesprochen (auch z.B. keine längere Schreibzeit im Examen mit offenen Fragen! (da braucht man gar nicht erst anfangen im Wörterbuch zu blättern)). Der Lohn für die Mühe, sind jedoch die sozialen Kontakte. In den Fächern des „licenciatura-Systems“ ist es wesentlich einfacher, dort glucken die meisten Erasmusstudenten zusammen und der ein oder andere Professor drückt ein Auge zu (auch nicht alle!). Der Nachteil ist, dass es sehr viel schwieriger ist, mit den „normalen“ Studenten in Kontakt zu kommen.

(Für die Fächerwahl gilt: Alle Studienfächer, des „licenciatura-Systems“ beginnen mit der Kennziffer „1“ (meist 4,5 credit points) im Fächerkatalog, diejenigen des „grado-Systems“ mit der Kennziffer „3“ (meist 6 credit points)!)

Aufgepasst

Glaube ich ,ist es wichtig zu erwähnen, dass in Valencia sehr viel geklaut wird. Ich schiebe dass auf die große Tourismusbewegung. Ich habe hier einige Personen kennengelernt, die hier in Valencia beklaut wurden und ich selbst bin während der Fallas (der valencianischen Riesenparty im März) um 20 Euro erleichtert worden (wenn auch aus eigener Dummheit!). Während der Fallas sollte man sich das Geld am besten lose in die Hosentasche stopfen (die Taschendiebe reisen extra zum Fest aus ganz Spanien an! Und sie sind verdammt gut!). Die häufigste Geschichte die ich gehört habe, ist die, dass man auf der Straße angeschubst wird und dabei erleichtert wird, oder aber einem direkt das Handy im vorbeigehen vom Ohr gerissen wird. Ein bisschen vorsichtig sollte man also schon sein (und z.B. sein Zeug nicht ohne Aufsicht am Strand liegen lassen,wenn man baden geht). Generell, für eine Großstadt, kann man sich aber in Valencia sicher fühlen!

Im Anschluss liste ich Euch einige Informationen auf, die mir persönlich hilfreich waren:

Universität (Psychologisches Institut) (http://www.uv.es/psicologia)

Das International Office

das man aufsucht um sich ein-und auszuschreiben (zu Beginn und zu Ende des Erasmusaufenthalts/ Certificate of Host-University) befindet sich in der Avenida Menendez Pelayo 3. Es ist etwas kompliziert zu finden, deshalb hier eine kurze Wegbeschreibung. Man muss in die Straße Menendez Pelayo einbiegen und am Krankenhausblock vorbeilaufen. Gegenüber auf der anderen Straßenseite befindet sich ein kleines Einkaufzentrumähnliches Gebäude (im Anschluss an eine Reihe Cafes auf der rechten Seite!). Bei dem grünen Schild vom „Corte Ingles“ in das Gebäude hineingehen (es handelt sich um einen Passagenähnlichen Eingang. Direkt dahinter befindet sich das International Office! Erasmus-Office des Institut für Psychologie: Im Institut für Psychologie (zwischen Hospital Materno-Infantil del Clínico y C.M. Lluís Vives) Beim Haupteingang (breite Treppen), links in den Flur, die Tür auf der rechten Seite!) Vorher muss man Nümmerchen ziehen und warten bis man aufgerufen wird. Coordinadora para la carrera de piscología: Concepción Perpiña Tordera (interpsi@uv.es /Tel. 963864479)

Sportprogramm: Wer Wassersport (z.B. Surfen, Segeln etc.) betreiben möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden. Wer ein Jahr bleibt, kann sich im Wintersemester schon für den Sommerkurs anmelden! Den Segelkurs kann ich empfehlen, mir hat er sehr viel Spaß gemacht (man muss sich aber auf einen Haufen Fachvokabeln einstellen)

Spanisch

Die günstigeste Option für Erasmusstudenten sind wohl die Sprachkurse der Universität am Centro de idiomas für 65.- Euro (http://www.centreidiomes.es/). (Der erste semesterbegleitende Sprachkurs kostet für Erasmusstudenten 65.- Euro, jeder weitere 165.-) Dirección: Centro de idiomas: Dr. Joan Regla 6 (Metro: Línea 5, Haltestelle: Aragón (salida: C/ Amadeo Saboya) Unterkunft für die Anfangszeit: Sehr schöne Unterkünfte sind das: Hilux-Hostel (Calle Cadires, 11, Valencia/ tel: +34 963914691) > das absolut schönste Hostal in Valencia!! Feetup-Hostel (http://www.feetuphostels.com/en/hostels-valencia.html)

Zimmersuche

Ein Zimmer in Valencia zu finden dürfte Euch nicht schwer fallen. Es gibt eine Menge und es ist üblich sie möbiliert zu mieten! Leider werden aber auch sehr viele Bruchbuden angeboten, oder Zimmer interiores (das sind meist sehr dunkle Zimmer, die ein Fenster mit Ausblick auf den Aufzugs-oder Flurschacht haben) Es ist also besser sich das Zimmer vor Ort anzusehen! Es ist nicht ungewöhnlich, dass das Warmwasser nicht gut funktioniert! Wer für ein Wintersemester anreist, sollte das unbedingt überprüfen bevor er in eine Wohnung einzieht. Im Winter wird es außerdem eiskalt in den Wohnungen, da es kaum Heizungen gibt und Türen und Fenster praktisch gar nicht isoliert sind. Im Sommer muss an die Kakerlaken gedacht werden!! Es gibt in Valencia sogar ein Viertel das als „Kakerlackenviertel“bekannt ist (sorry, an dieser Stelle, das ich mich nicht mehr an den Namen des Viertels erinnern kann!). Wer vor den Viechern einigermaßen sicher sein will, sollte sein Zimmer nicht auf den Schacht rauswählen und sich für eine Wohnung entscheiden, die mindestens im 2. besser aber im 3. Stock liegt! Als Entschädigung für all die Missstände, sind die Mieten auf alle Fälle günstiger als die in Heidelberg (im Schnitt zahlt man wohl 200.-). Man sollte sich aber auch erkundigen wie hoch die Wasser-Gas-Kosten sind, die man zu erwarten hat! Meistens sind sie ordentlich! Man verschwendet eine Menge (mit der Klimaanlage, im Sommer oder Elektroheizöfchen im Winter...)

Wohnungssuchseite: http://valencia.loquo.com/en_us

Sobald man dort eine Anzeige aufgibt, wird man ziemlich mit Angeboten belagert.

Beliebte Wohngegenden

  • Die meisten Studenten- und Erasmusstudenten wohnen in Benimaclet ganz in Uninähe. Wer Anschluss an die Erasmusszene sucht sollte auf alle Fälle dort wohnen
  • Russafa ist international, nah am Zentrum (weiter von der Uni weg) dafür leben dort jedoch viele Kreative und Künstler
  • Im Stadtzentrum gibt es sehr viele sehr schöne alte Häuser. Sie sind jedoch etwas teurer und haben eine weniger gute Verkehrsanbindung.

Verkehrsmittel

  • Metro: Die Metrokarten sind wieder aufladbar! (http://www.metrovalencia.es/page.php)
  • Valencbisi ist sehr zu empfehlen (18 Euro pro Jahr) (http://www.valenbisi.es/)
  • Bus: http://www.emtvalencia.es/ciudadano/index.php (bei langen Strecken sind Busfahrten meistens wesentlich günstiger als Zugfahrten)
  • Ryainair bietet von Valencia günstige Flüge nach Marrakesh, Malaga, Sevilla etc. an. Wer mit Ryainair nach Valencia fliegt (oder wieder zurück nach Deutschland) sollte vorsichtig sein mit dem Gepäck! Übergepäck kommt teuer! Manchmal lohnt es sich eher mit Airberlin zu fliegen auch wenn das Ticket anfangs teurer ist, zahlt es sich am Ende aus (da mehr Gepäck erlaubt ist!)
  • Mitfahrgelegenheit: http://www.blablacar.es/
  • Zug: http://www.renfe.com/ (es gibt in Valencia mehrere Bahnhöfe, bei jeder Zugfahrt sollte man vorher im Internet überprüfen, von welchem Bahnhof der Zug abfährt! Generell fahren die „cercanías“ (die Kurzstrecken) vom Bahnhof „Valencia Nord“ und die Langstrecken von anderen Bahnhöfen (in der Metrostreckenkarte sind die Bahnhöfe mit „renfe“ gekennzeichnet)

Erasmusszene

Sonstiges