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Bindings im Arbeitsgedächtnis: Eine Erklärung für den Zusammenhang von Storage und Processing

Title

Bindings im Arbeitsgedächtnis: Eine Erklärung für den Zusammenhang von Storage und Processing

AutorInnen

Göttmann, J., Kipnis, A.

Abstract

In der vorliegenden Studie war es das Ziel, ein experimentelles Paradigma zu entwickeln, in dem eine getrennte Analyse der Effekte von Memory-Load (Belastung d. Kapazität d. Arbeitsgedächtnisses - Storage) und Updating (Prozess d. zentralen Exekutive - Processing) auf Maße der kognitiven Leistungsfähigkeit möglich ist, um den Zusammenhang beider Konstrukte zu untersuchen. Das Design sieht daher eine unabhängige Manipulation von Memory-Load und Updating vor. Wir erwarteten hierbei substanzielle Einbußen in den Reaktionszeiten (RT) und der Genauigkeit (Acc) bei zunehmendem Memory-Load, sowie Verschlechterungen in Updating-Trials. Neununddreißig Versuchsteilnehmern wurden 3 bis 5 Buchstaben präsentiert, welche nach jedem Trial abgefragt wurden. Von diesen wurden in jeder Experimentalbedingung 2 zufällige durch andere Buchstaben ersetzt (Updating). Um sowohl RTs als auch Acc gemeinsam interpretieren zu können, wurden Diffusionsmodellparameter geschätzt. Hierbei zeigten sich signifikante Haupteffekte von Memory-Load und Updating auf der Drift-Rate (v), sowie ein signifikanter Interaktionseffekt. Diese Befunde legen nahe, dass Storage (Memory-Load) und Processing (Updating) auf eine gemeinsame kognitive Ressource zugreifen könnten, obwohl beide inhaltlich unterschiedliche Prozesse darstellen. AG-Kapazität und zentralexekutive Verarbeitung könnten demnach als eine Funktion der Güte von Bindings verstanden werden, was ein Interferenz-Modell des visuellen Arbeitsgedächtnisses stützt.

Schlagworte

Central Executive, Cognitive Psychology, Interference, Working Memory