Report about my semester abroad 

Valencia, Winter 2019/2020 (Bachelor)

Ich glaube, es ist vor wichtigen Entscheidungen immer hilfreicher, persönliche Erfahrungen und Tipps zu hören, als wahllos durch’s Internet zu stolpern. Um meinen Teil dazu beizutragen, euch eventuell bei der bevorstehenden Entscheidung weiterzuhelfen, habe ich hier alles gesammelt, was mir beim Gedanke an mein Semester in Valencia in den Kopf kam. Vorweg ist zu sagen, dass ich in meinem Aufenthalt sehr viele Angebote für Erasmus-Studierende genutzt habe und sich dementsprechend auch der Bericht stark darauf fokussiert. Für mich war das der beste Weg, aber es gibt tausende Wege, sein Auslandssemester zu gestalten! Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er an den Erasmusveranstaltungen teilnehmen möchte oder eher den Kontakt zu Einheimischen sucht – letztendlich gibt es da kein Richtig oder Falsch. :)

Entscheidung für Valencia

Ich wusste, dass ich in einem warmen Land leben und mein Spanisch aufbessern wollte. Da mir Madrid zu groß war und ich von Valencia nur Gutes gehört hatte, fiel mir die Entscheidung leicht – und ich habe sie nie bereut. Die Mischung aus den zahlreichen Möglichkeiten, die eine Großstadt bietet, dem Studierendenviertel in der Nähe des Strands und der wunderschöner Altstadt hat Valencia für mich zum perfekten Ziel gemacht.

Vorbereitung

Natürlich sind einige Dinge zu erledigen- so wie immer, wenn man eine große Reise startet. Allerdings werden die Schritte sehr klar kommuniziert und sind einfach abzuhaken. Außerdem erhält man von allen Seiten, vor allem auch der Koordinatorin des Psychologischen Instituts Ute Lorenz, viel Unterstützung und Hilfe. Sonst habe ich mir vor Abreise nur dutzende Erasmus-Packlisten heruntergeladen und meinen Koffer gepackt. Einige meiner Freunde haben zwei, statt einen Koffer mitgenommen und neben dem Nötigsten auch Dekoration, Winterschuhe oder Küchengeräte etc. eingepackt. Ich habe später alles, was ich noch brauchte, für wenig Geld vor Ort gekauft und mir so viel Gepäckstress erspart- ich schätze, beides hat seine Vor- und Nachteile!

Sonst habe ich mir für die erste Woche ein Hostel gebucht, um vor Ort nach einer Wohnung zu suchen. Dabei hilft es, sich im Vorhinein zu überlegen, wo man gerne wohnen bzw. Wohnungen besichtigen würde und sich dann ein entsprechend gelegenes Hostel zu buchen, um sich einiges an Wegzeit zu sparen.

Wohnungssuche – Vor Ort oder im Vorhinein?

Viele meiner Freunde hatten ihre Wohnung bereits von zu Hause aus gebucht, was sicherlich gut funktionieren kann! Mir war es allerdings zu riskant, Kaution etc. zu zahlen, bevor ich die Wohnung selbst gesehen hatte. Also habe ich mich die ersten zwei Tage im Hostelzimmer eingeschlossen und Besichtigung nach Besichtigung vereinbart. Gute Anlaufstellen sind hierfür unter anderem: Badi, idealista.com, pisocompartido.es, Erasmus-Organisationen und Facebook-Seiten! Über Facebook werden in entsprechenden Gruppen zahlreiche Zimmer für Erasmus-Studierende angeboten.

Wenn man mit Einheimischen/ Spanischsprachigen zusammenwohnen möchte, gestaltet sich die Suche oft etwas schwieriger. Allerdings ist es auf jeden Fall machbar! Man muss nur evtl. etwas mehr Zeit einplanen, da viele Wohnungen speziell für Erasmus-Studierende angeboten werden oder Einheimische manchmal lieber unter sich wohnen.

Ich habe meine Wohnung bereits nach einem Tag über Badi (angeboten von ERASMUS LIFE) gefunden. Ich hatte mich entschieden, in die Studierendengegend um die Avenida de Blasco Ibáñez zu ziehen und habe es nie bereut - dazu später mehr. Gezahlt habe ich im Monat 280€ warm. Ich würde sagen, man zahlt für die meisten Zimmer zwischen 220-350€. Viel mehr sollte man nicht zahlen müssen. Mein Zimmer war zwar klein, allerdings verfügte die Wohnung über ein Wohnzimmer, einen gemeinsamen Balkon und zwei Bäder (was man sehr zu schätzen lernt).

Tipp: Wenn ihr jemanden kennt, der im Semester vor euch in der entsprechenden Stadt ein Erasmussemester macht, fragt einfach mal nach, ob deren Zimmer frei wird oder ob diese Person vielleicht wiederum jemanden kennt etc. So habe ich meins nach meiner Abreise weitervermietet. Somit habt ihr jemandem, der euch die Wohnung z.B. über Videoanruf auch zeigen kann und ihr habt dann je nachdem schon jemanden vor Ort, den ihr kennt.

Die Erasmusorganisationen

In Valencia findet man zahlreiche Organisationen, die Events oder Trips anbieten und allesamt versprechen, dein Semester unvergesslich zu machen! Die vier wichtigsten sind wohl das Erasmus Student Network (ESN), Happy Erasmus, Erasmus Life und International VIP. Über International VIP habe ich einiges Negatives gehört/ selbst auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, allerdings macht ihr euch am besten selbst ein Bild!

Dank ESN wiederum hat sich das Semester für mich wirklich noch schöner gestaltet, als es eh schon gewesen wäre. Viele Spanier arbeiten dort „ehrenamtlich“ und sind dementsprechend mit ganzem Herzen dabei. Ich habe an vielen Events und Trips teilgenommen und wurde nie enttäuscht! Darüber hinaus bietet ESN einen Welcome Month an, in dem jeden Tag etwas Neues angeboten wird, um richtig in das Semester zu starten und andere Erasmi kennenzulernen. Dort habe ich zahlreiche Leute kennengelernt, die mein Semester letztendlich mitgeprägt haben.

Auch mit Happy Eramus war ich ein paar Mal unterwegs und habe wunderschöne Erinnerungen gesammelt. Wer zum Beispiel einmal Ibiza at its best erleben möchte, sollte auf jeden Fall den Happy Erasmus-Trip buchen; es war eins meiner anstrengendsten, aber auch unvergesslichsten Wochenenden der gesamten Reise. Mit Erasmus Life habe ich größtenteils nur aufgrund der Wohnung Kontakt gehabt, aber auch die Leute dort sind sehr nett und hilfsbereit und bieten ebenfalls zahlreiche interessante Trips und Events an.

Die Stadt

Valencia ist zwar eine Großstadt, durch die Aufteilung in die Stadtbereiche erscheint sie allerdings nicht so. Es gibt ein sehr umfangreiches Angebot an so ziemlich allem, was man sich vorstellen kann, aber ohne, dass man das Gefühl hat, ständig und überall in Menschenmassen zu versinken.

Die Altstadt punktet v.a. mit ihren wunderschönen Vierteln El Carmen (Künstlerviertel, auch bekannt für seine Street Art), Ruzafa (zahlreiche Cafés und Bars) und der langen Einkaufsstraße. Wenn man Wert darauf legt, in einer schönen Umgebung zu wohnen, ist man dort auf jeden Fall richtig aufgehoben. Allerdings finden die meisten der wöchentlichen Erasmus-Veranstaltungen in der Studierendengegend um die Blasco Ibáñez statt und auch die Büros der Organisationen und das psychologische Institut sind dort zu finden. Wenn einen aber „längere“ Anfahrten (wirklich lange dauert es trotzdem nicht) nicht stören, ist es laut vielen in der Altstadt am schönsten! Ein weiteres Viertel, was von vielen als sehr schön beschrieben wird, ist Benimaclet. Auch dort leben viele Studierende.

Ich habe wie gesagt in der Blasco Ibáñez gelebt. Von dort habe ich mit dem Fahrrad 5min zum Institut, 8min zum Strand und 10-15min in die Altstadt gebraucht und eigentlich alle Bars, die für Erasmus-Events wichtig sind, waren zu Fuß gut erreichbar. Die Gegend an sich ist nicht so schön wie die Altstadt, aber die Straße selbst hat einen genialen Fahrradweg, Palmen in ihrer Mitte und führt direkt zum Institut, man hat mehrere U-Bahn-Haltestellen und Valenbisi-Stationen in der Nähe und ist wie gesagt immer nah am Geschehen.

Letztendlich muss man diese Entscheidung für sich selbst treffen und es kann auch einfach helfen, sich mehrere Wohnungen in verschiedenen Vierteln anzuschauen! Wie gesagt: letztendlich erreicht man so oder so eigentlich alles in nicht allzu langer Zeit.

Fortbewegungsmittel

In Valencia kommt man am besten mit dem Fahrrad durch die Stadt. Es gibt überall Fahrradwege und die Entfernungen sind nie zu groß. Ich persönlich würde jedem empfehlen, sich gleich zu Anfang ein eigenes Fahrrad (+ mind. 2 Schlösser) zu kaufen und es am Ende des Aufenthalts wieder zu verkaufen (Fahrräder werden gerne geklaut, also immer an-/ und doppelt abschließen; dann sollte nichts passieren).

Daneben gibt es aber auch das Angebot des Valenbisi: Dabei handelt sich um Fahrräder, die an vielen Stationen in der Stadt genommen und an einer beliebigen anderen wieder abgestellt werden können. Man zahlt einmalig 30€ für ein Jahr und dann ist jede Fahrt unter 30min kostenlos. Allerdings treten oft zwei Probleme auf: Manchmal sind entweder keine Fahrräder vorhanden oder die Stationen schon voll (v.a. an der Uni und am Strand! Am Strand im Sommer mittags einen Parkplatz zu finden ist nahezu unmöglich). Darüber hinaus sind die Fahrräder sehr schwer und eher anstrengend zu fahren. Ich habe mir mein Fahrrad erst mehrere Wochen nach Ankunft gekauft und trotzdem nicht eine Sekunde bereut!

Natürlich ist Valenbisi aber in der Hinsicht unschlagbar, dass man das Fahrrad abstellen kann und weiterziehen und das eigene Fahrrad nicht immer mit herumschleppen muss.

Darüber hinaus verfügt Valencia über ein weitreichendes U-Bahn-, Tram- und Busnetzwerk. Auch Taxis sind nicht allzu teuer!

Freizeit

In Valencia wird einem nie langweilig- wirklich nie. Neben Strand, Bars, Cafés, Restaurants oder auch Kinos finden sich auch ausgefallenere Locations wie Escape-Räume, Boulder- Hallen, Go-Kart-Bahnen oder Trampolinhallen in oder nur wenig außerhalb der Stadt.

Des Weiteren kann man einer (oder mehreren…) der vielen Whatsapp-Gruppen beitreten. Diese werden meist von den verschiedenen Organisationen erstellt. Man kann sich so mit anderen Erasmi austauschen, sich verabreden oder sich einfach spontan irgendwo anschließen. Es gibt Gruppen für so ziemlich alles - Bouldern, Volleyball, Joggen, Ausflüge, Events; oder eben einfach die allgemeinen Gruppen der Organisationen wie z.B. ESN. Oft sind in den entsprechenden Facebook Gruppen Einladungslinks zu finden. Die Gruppen werden schnell etwas nervig, allerdings helfen sie gerade anfangs sehr, neue Leute kennenzulernen und man kann schließlich jederzeit wieder austreten.

Essen und Trinken

Ich liste hier einmal meine persönlichen Favoriten auf: Essen:

  • La Blasca: Ein etwas teureres/schickeres Restaurant in der Blasco Ibáñez, mit ausgefallenen und unfassbar leckeren Tapas
  • Tanto Monta: Ein unbedingtes Muss. Keine 08/15 Tapas, eine Theke voller kleiner „Bocadillos“, also kleiner Sandwiches, allesamt köstlich (oft schwer einen Platz zu kriegen. Je nachdem, wann man hingeht mit Wartezeiten rechnen)
  • Bocadella: Mein persönlicher Geheimtipp. Ein kleines Restaurant einer italienischen Familie, die spanische Tapas serviert. Liebreizende Menschen und der leckerste Ziegenkäse
  • Bodega Fila El Labrador: Einer meiner Lieblingsorte in ganz Valencia. Eine alte, authentische Bodega mit Wänden voller Weinflaschen. Dort erhält man ganz klassisch Tapas im Sinne von Jamón y queso, Oliven, Nüssen und Baguette
  • 100 Montaditos: Kein Restaurant im eigentlichen Sinne. Eher eine Fast Food-Kette, aber leckerer und besser. Eine Karte mit 100 Montaditos (kleinen Sandwiches) und weiteren Snacks (Empfehlung: Palomitas con queso!)
  • Voltereta, Bienvenido a Bali: Kein spanisches Essen, allerdings das schönste Restaurant überhaupt. Eine Einrichtung, sodass man sich fühlt, als säße man auf Bali. Dazu ausgesprochen leckeres Essen. Sehr schön, um mit Besuch essen zu gehen (unbedingt reservieren!)
  • Shintori: Sehr leckeres und nicht zu teures All-you-can-eat Sushi

Trinken:

  • Bodega Fila El Labrador: Natürlich darf auch hier die Bodega nicht fehlen. Für wenig Geld erhält man hier im unvergleichlichen Ambiente mehr Wein als man trinken kann
  • La Otra Bodega: An sich eins zu eins das Gleiche wie die Bodega Fila, nur an einem anderen Standort und mit anderer Inneneinrichtung (Tipp: auch sonntags geöffnet!)
  • Fábrica de Hielo: Eine Bar direkt am Strand in einer alten Fabrikhalle. Wunderschöne Atmosphäre, leckere Drinks und regelmäßig Bandauftritte oder anderes Musikprogramm
  • Mamaliga: Eine sehr spannende, kleine Bar in der Altstadt. Auf jeden Fall einen Besuch wert
  • Die gesamte Bargegend in der Altstadt (El Carmen und Ruzafa)

Tipp: Man kann Valencia nicht wieder verlassen, ohne davor Horchata und Agua de Valencia getrunken zu haben!

Cafés:

  • Dulce de Leche: Das Café jeder Träume. Empfehlungen: Zimtschnecken& Lemon Cake
  • Bastard: Das perfekte Café zum Freunde treffen oder Sachen für die Uni erledigen. Empfehlung: Leckeres und preiswertes Mittagsmenü
  • Savory: Ein etwas teureres Café mit Acai-Bowls und weiteren gesunden Leckereien
  • Zahlreiche Cafés in Ruzafa

Nachtleben

Die Eintritte und Getränke sind meist sehr teuer, allerdings beginnen die Partys auch alle erst relativ spät (ab frühestens 1 Uhr). Hier einige der bekanntesten und beliebtesten Clubs:

  • Mya/Umbracle: Direkt in der Ciudad de las Artes y Ciencias. Am besten freitags (oder samstags). Im Sommer plus Umbracle: Open-Air Bereich unter Palmen
  • Akuarela: Am Strand mit Außenbereich
  • Marina Beach: Ein Open Air Club direkt am Meer, etwas schicker und teurer.
  • Piccadilly: U.a. Silent-Disko jeden Samstag
  • Weitere Clubs in der Altstadt: Oven, Indiana
  • Weitere Clubs in der Blasco Ibáñez: Rumbo 144, La3
  • Clubs etwas außerhalb: Spook, Baracca

Tipp: Über die Apps Xceed und SMD kann man sich jederzeit informieren, welche Events stattfinden und kann sich direkt auf Gästelisten schreiben lassen!

Tipp 2: Mit dem Erwerb einer Erasmus-Karte einer Organisation kriegt man nicht nur Rabatt auf Ausflüge, sondern auch oft kostenlosen Eintritt in viele Clubs- je nach Wochentag und Uhrzeit (dank der Happy Erasmus-Karte habe ich sicherlich 100€ an Eintritten gespart).

Studium

Vorweg ist wichtig zu wissen, dass das System sehr anders ist als in Deutschland. Die Kurse verlangen viel Nachbereitung, es gibt viele Prácticas (also Aktivitäten und Aufgaben, die während der Vorlesung gemacht werden müssen) und alle Kurse finden zweimal die Woche statt. Dementsprechend sollte der Workload nicht unterschätzt werden! Dafür sind die Klausuren meiner Meinung nach einfacher, da es sich meistens nur um multiple choice Aufgaben mit einer richtigen Antwort handelt. Ich habe zwei Kurse auf Spanisch und zwei auf Englisch gewählt und für mich war das die richtige Entscheidung. Ich hatte bereits Spanischvorkenntnisse und nach einigen Wochen kann man den Professoren und Professorinnen gut folgen. Außerdem ist es eine sehr gute Möglichkeit, sein Spanisch zu verbessern und in Kontakt mit valencianischen Studierenden zu kommen. Allerdings verlangt es natürlich sehr viel Konzentration und Aufwand, weswegen ich froh war, nur die Hälfte der Kurse auf Spanisch zu belegen. Um einen kleinen Überblick zu schaffen, liste ich hier die Kurse auf, die ich gewählt habe:

  • Psicología de la Salud: Gesundheitspsychologie auf Spanisch war ein sehr interessanter, aber auch sehr fordernder Kurs. Der Professor (Amigo Borras, Salvador) erlaubte während der Vorlesung keine Handys oder Laptops und war eher streng. Man musste für die Vorlesung außerdem einen Report verfassen zur eigenen Darstellung und Verbesserung der Gesundheit, der viel Arbeit abverlangt (samt Änderung der eigenen Ernährung/ sportlichen Angewohnheiten etc.). Allerdings war der Inhalt interessant, die Klausur sehr fair und wenn man sich den Inhalt gut angeschaut hat, einfach zu bestehen.
  • Psychology of deliquency: Die Vorlesung befasste sich mit Faktoren, die Delinquenz vor allem in Adoleszenten hervorrufen können. Per sé ein interessantes Thema, allerdings kamen viele mit der Professorin (Angeles Cerezo Jimenez) nicht so gut klar. Die Klausur war in Ordnung; beinhaltete auch Aspekte aus den Práctica, weswegen man immer anwesend und aufmerksam sein sollte.
  • Social and community intervention: Mein Lieblingskurs. Zum einen wird eine In-Class und eine Out of-Class Version angeboten. Das bedeutet, man kommt entweder wöchentlich in die Vorlesung und bereitet in Kleingruppen einen Report vor und muss für die Klausur nur einige wenige Artikel lernen. Die andere Version beinhaltet, dass man gar nicht zur Vorlesung kommen, am Ende allerdings 12 Artikel für die Klausur lernen muss. Die Themen waren sehr interessant und die Klausur sehr fair. Auch die zwei Dozenten waren hilfsbereit und offen! (Manuel Martín und Faraj Santirso)
  • Victimología: Da ich auch einen Kurs außerhalb des Bereichs der Psychologie belegen wollte, entschied ich mich für Victimología – Opferlehre – ein Kurs aus Kriminologie. Der Kurs ist eingeteilt in zwei Teile: einen Psychologie-/ und einen Kriminologie-Teil. Der Psychologieteil war sehr interessant und die Professorin (Angeles Beleña Mateo) (v.a. zu Erasmus-Studierenden) unfassbar nett und hilfsbereit. Allerdings unterschätzte ich den Kriminologie-Teil sehr- letztendlich wurden mehrere Semester an Kriminologiestudium vorausgesetzt (v.a. juristische Teile), denen ich nicht folgen konnte. Die erste Hälfte des Kurses hat sich aber definitiv gelohnt!

Unisport und Sprachkurs

Die Universität bietet auch eine Mehrzahl an Sportkursen an: Tanzen, Schwimmen, Workouts, Volleyball, Surfen, etc. Ich habe einen Salsa-Kurs mitgemacht und hatte viel Spaß! Dort waren auch einige Spanier dabei, was dem Sprachelernen sehr gut tat. Außerdem verfügt die UPV (Universitat Politécnica de Valéncia) über ein eigenes Beachvolleyballfeld. Dieses kann zwar nur von Studierenden der UPV gemietet werden, allerdings findet man unter den anderen Erasmus-Studierenden meist schnell jemanden.

Ich habe neben meiner Kurse am Institut noch an einem Spanisch-Kurs am centre d’idiomes teilgenommen. Es gibt ein sehr preiswertes Angebot der Universität und ich habe viel dazugelernt. Gerade, da man doch weniger Spanisch spricht als erhofft, wenn man viel mit Erasmus-Studierenden unterwegs ist, war das eine willkommene Abwechslung. Anfangs wird ein Einstufungstest durchgeführt und man wird dem entsprechenden Kurs zugeteilt. Wenn man das Gefühl haben sollte, dass dieser Kurs zu schwer oder zu leicht ist, kann man aber nach Absprach mit dem Lehrer/ der Lehrerin oft noch wechseln. Mein Lehrer (Manu) war einer der nettesten Menschen, die ich in Valencia kennenlernen durfte.

Weitere Tipps (Ausflüge etc.)

Der Albufera ist ein Nationalpark ganz in der Nähe von Valencia. Dort kann man (mittags!) in ihrem Geburtsdorf die beste Paella essen und sich abends den Sonnenuntergang anschauen. Zu erreichen ist dieser entweder mit dem Fahrrad (etwas längere Tour), mit dem Bus (Sommer- und Winterfahrpläne beachten!) oder (Tipp:) mit dem Scooter. Wir haben uns Scooter geliehen und haben einen Road Trip daraus gemacht. Auf dem Weg dorthin kann man auch gut an den Stränden Pause machen. Wichtig: Genug Klamotten mitnehmen! Abends wird es mit dem Fahrtwind schnell kalt.

Der Mirador del garbi ist ein wunderschöner Aussichtspunkt nicht zu weit weg von der Stadt; gut mit dem Auto zu erreichen. Auch dort kommt man in den Genuss von wunderschönen Sonnenuntergängen.

Natürlich stehen der Turia-Park und die Ciudad de las Artes y Ciencias in Valencia immer ganz oben auf der To-Do-Liste. Im Turia kann man gut spazieren oder joggen gehen oder sich einfach irgendwo hinsetzen und picknicken. Die Ciudad ist wirklich ein Ort, den ich jedes einzelne Mal, an dem ich dort war, genossen habe.

Darüber hinaus kann ich die vielen Trips, die die Organisationen anbieten, nur wärmstens empfehlen! (Z.B.: Ibiza, Requena Wine Trip, Tomatina, Peñiscola, Montanejos. Madrid, Cuenca, Calpe. Vieles davon kann man auch einfach selbst per Road Trip mit seinen Freunden entdecken).

Fazit

Für mich war Valencia auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Es hat alles zu bieten, was man sich als Erasmusstudent-/in wünschen kann: eine immer lebendige Studierenden- Gegend, einen Strand (mit dem Fahrrad erreichbar), eine wunderschöne Altstadt und zahlreiche Gelegenheiten für Ausflüge und Reisen. Auch mit dem Institut vor Ort war ich super zufrieden, die Ansprechpartner sind nett und hilfsbereit und man hat eine große Kursauswahl. Ich habe in Valencia wirklich die ereignisreichsten und schönsten fünf Monate verbracht und Freunde für’s Leben gefunden (so kitschig das auch klingen mag). Ich bin unbeschreiblich dankbar dafür, dass uns ERASMUS+ so etwas ermöglicht.

Falls du dir überlegst, ein Erasmussemester zu machen, kannst du mit Valencia meiner Meinung nach nichts falsch machen. Egal, was du dir von dem Semester erhoffst oder mit welchen Wünschen du startest, Valencia wird sie dir mit ziemlicher Sicherheit erfüllen können.